Der Absturz der Concorde − Flug 4590

Dario Bolz­ern und Joel von Aarburg

Die­ses Kapi­tel befasst sich mit der Ana­ly­se der media­len Bericht­erstat­tung, sowie den Fol­gen für die Bran­che, die Wirt­schaft und die Poli­tik anhand des Flug­zeug­ab­stur­zes der Aérospa­tia­le BAC-Con­cor­de im Jah­re 2000, bei wel­chem 114 Per­so­nen ums Leben gekom­men sind. Der Fokus der Ana­ly­se lag auf dem Ver­hal­ten der Air­line, den Emo­tio­nen der Sta­ke­hol­der und der brei­ten Öffentlichkeit.

Eine ein­schlä­gi­ge Recher­che von Medi­en­be­rich­ten, Fach­bei­trä­ge und öffent­li­che Unfall­pro­to­kol­le sind die Grund­la­ge für die vor­lie­gen­de Fall­stu­die. Der BEA Acci­dent Report «f‑sc000725 und f‑sc000725a», sowie das Fach­buch «Kri­sen­ma­nage­ment im Tou­ris­mus von Axel Drey­er – sind von ent­schei­den­der Bedeutung.

Die Con­cor­de, wel­che bei Air Fran­ce und Bri­tish Air­ways im Flot­ten­dienst stand, ist das erste Lini­en-Über­schall­flug­zeug, das als ein mit Mil­li­ar­den sub­ven­tio­nier­tes Pre­sti­ge­pro­jekt der fran­zö­si­schen Regie­rung Geschich­te schrieb. Dies und die Tat­sa­che, dass Ama­teur­auf­nah­men des Unfalls kurz nach dem Absturz ver­öf­fent­licht wur­den, ver­ur­sach­te ein gros­ses media­les Inter­es­se. Beim Umfall wur­de durch eine her­un­ter­ge­fal­le­ne Metall­stan­ge eines zuvor star­ten­den Flug­zeugs ein Rei­fen der Con­cor­de zum Plat­zen gebracht, wel­cher anschlies­send den Treib­stoff­tank des Flug­zeugs durch­drang. Das durch das Leck aus­tre­ten­de Kero­sin fing Feu­er, so, dass die Trieb­wer­ke aus­fie­len, und es zu einem Schubrück­gang kam. Gemäss offi­zi­el­lem Bericht stürz­te des­halb die Con­cor­de auf ein Hotel nie­der. Recher­chen der Medi­en haben erge­ben, dass die­ses Über­schall­flug­zeug schon vor die­sem Unfall äus­serst feh­ler­an­fäl­lig war. Der Luft­fahrt­ex­per­te Tim van Beve­ren und Rechts­ex­per­te Roland Schmid übten öffent­lich Kri­tik am Con­cor­de-Pro­jekt. Die Rück­hal­testra­te­gie der Air­line, das Igno­rie­ren der Schuld­fra­ge und der frag­wür­di­ge Umgang mit den Hin­ter­blie­be­nen führ­te zum Ver­trau­ens­ver­lust. Trotz einer Über­ar­bei­tung der Maschi­nen­kon­struk­ti­on muss­te 2003 der Flug­be­trieb mit der Con­cor­de ein­ge­stellt wer­den. Des­halb soll­ten Risi­ko­in­di­ka­to­ren nicht zugun­sten wirt­schaft­li­chem oder poli­ti­schem Druck zurück­ge­hal­ten werden.

 

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