Bündner Baukartellskandal

Fla­vio Anselm und Yves Meier

Spä­te­stens seit der Publi­ka­ti­on des vier­tei­li­gen Ban­des «das Kar­tell» im April 2018 durch die Zei­tung Repu­blik ist der jüng­ste und gröss­te Bau­kar­tell − Skan­dal der Schweiz bekannt gewor­den. Die Preis­ab­spra­chen des Bau­ge­wer­bes im Unter­enga­din führ­ten zu hor­ren­den Bau­ko­sten, Kosten­kon­trol­len und schluss­end­lich zu einem Ver­sa­gen des Staa­tes. Das Ent­hül­len die­ser Preis­ab­spra­chen ist dem Whist­leb­lower und ehe­ma­li­gen Bau­un­ter­neh­mer Adam Qua­dro­ni zu ver­dan­ken. Frü­her selbst mit sei­ner Fir­ma in Abspra­chen ver­wickelt, änder­te er sein Ver­hal­ten und mach­te die wich­tig­sten Bewei­se für einen der umfang­reich­sten Skan­da­le in Grau­bün­den publik.

Mit der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on (Weko) und der par­la­men­ta­ri­schen Unter­su­chungs­kom­mis­si­on (PUK) wur­den zwei Kom­mis­sio­nen ein­ge­setzt, um die Machen­schaf­ten und Betei­li­gun­gen zu unter­su­chen und auf­zu­decken. Die ille­ga­len Abspra­chen sind der bis­her kras­se­ste Fall von auf­ge­deck­ten Mani­pu­la­tio­nen im Schwei­zer Bau­we­sen. Die Unter­su­chun­gen der Preis­ab­spra­chen erfolg­ten in den Jah­ren 2004 bis 2010. Diver­se Bau­fir­men wur­den von der WEKO bereits gebüsst. Die Unter­su­chun­gen von PUK und WEKO sind bis heu­te (Stand: Juni 2020) noch nicht voll­stän­dig abgeschlossen.

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