Bohrinselkonflikte Shell − Greenpeace

von Kili­an Leut­wi­ler und David Adri­an Meyer

Der Ölkon­zern Roy­al Dut­ch Shell för­dert jedes Jahr gigan­ti­sche Men­gen­gen Roh­öl aus der Nord­see. Dazu benö­tigt er diver­se Bohr­in­seln und schwim­men­de Öltanks. Nach­dem die­se aus­ge­dient haben, stellt sich jeweils die Fra­ge, wie die­se gigan­ti­schen Bau­ten ent­sorgt wer­den sol­len. 1995 woll­te Shell den Öltank Brent Spar im Meer ver­sen­ken. Die Inge­nieu­re von Shell kamen zum Ent­schluss, dass dies die beste Lösung sei.

Die Umwelt­or­ga­ni­sa­ti­on Green­peace war mit die­ser Idee über­haupt nicht ein­ver­stan­den. Sie for­der­te, dass Indu­strie­schrot grund­sätz­lich nicht ins Meer gehört, und die Platt­form am Land ent­sorgt wer­den soll. Die Kam­pa­gne war erfolg­reich und die Brent Spar wur­de nicht im Meer versenkt.

2019 nahm Shell die Ver­sen­kungs­stra­te­gie wie­der auf. Dies­mal gab es aber kei­ne Pro­test­kam­pa­gne gegen Shell im Aus­mass wie 1995. Um zu erken­nen, was sich geän­dert hat, wur­den die Argu­men­te von damals und heu­te ver­gli­chen. Dabei ist auf­ge­fal­len, dass sich die Argu­men­te bei­der Sei­ten kaum geän­dert haben. Im Jah­re 1995 war die gewalt­sa­me Ent­fer­nung der Akti­vi­sten von der besetz­ten Platt­form der Auf­hän­ger der Bericht­erstat­tung. Dies weck­te nega­ti­ve Emo­tio­nen gegen Shell. Zudem hat­te Green­peace fal­sche Zah­len ins Feld gebracht. Erst im Nach­hin­ein bemerk­te man, dass Shell nicht so feh­ler­haft geplant hat, wie es den Anschein mach­te. 2019 ging Shell das Ent­sor­gungs­pro­jekt gelas­se­ner an und so kam es zu kei­nem Shit­s­torm. Die bei­den Par­tei­en sind sich zum Zeit­punkt die­ser Publi­ka­ti­on noch nicht einig gewor­den und füh­ren wei­ter­hin Ver­hand­lun­gen über die geplan­te Ent­sor­gung (Stand: Mai 2021).

 

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